Fachbüros sorgen für die fachlichen Grundlagen

Die fachliche Grundlage für die Aufstellung des Stadtentwicklungskonzepts besteht unter anderem aus Fachbeiträgen von externen Fachbüros. Im weiteren Verlauf helfen sie außerdem bei den Abwägungsentscheidungen des Stadtrats im Rahmen des förmlichen Flächennutzungsplanverfahrens. Für die Erstellung der Fachbeiträge wurden sieben Fachbüros beauftragt, die auf Grundlage einer Bestandsaufnahme- und Analysephase Teilkonzepte erarbeiten.

Verkehrsentwicklungsplan

Der Verkehrsentwicklungsplan stellt ein in die Zukunft gerichtetes Mobilitätskonzept dar, das alle Verkehrsarten in den Blick nimmt. Zu den Verkehrsarten gehören der Rad- und Fußverkehr, der öffentliche Personennahverkehr (kurz: ÖPNV) und der motorisierte Individualverkehr (kurz: MIV). Die Aufgabe der Verkehrsentwicklungsplanung besteht darin, eine Analyse des Verkehrssystems in Ingelheim vorzunehmen und Konzepte sowie Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Ingelheimer Verkehrs zu erarbeiten. Grundlage dafür bilden verkehrsplanerische Ziele, welche auch aus dem städtischen Leitbild 2035 abgeleitet werden.

Dabei wird folgendes berücksichtigt:

  • aktuelle Ansprüche an integrierte Verkehrsentwicklungspläne
  • Richtlinien der Europäischen Union für Nachhaltige Städtische Mobilitätspläne
  • Maßnahmen zur Beeinflussung der individuellen Mobilität
  • Reduktion der negativen Umweltwirkungen des Verkehrs
  • die klassischen Maßnahmen zur Infrastrukturentwicklung.

Auftragnehmer: IVAS – Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -systeme, Dresden

Bearbeitungszeitraum: 2020 bis 2022

Weitere Informationen: Hier können Sie die Ergebnisse der Befragung zum Fuß- und Radverkehr herunterladen.

Einzelhandelskonzept

Die bestehenden Einzelhandelskonzepte sind für die Stadt Ingelheim aus dem Jahr 2006 (aktualisiert für die Innenstadt im Jahr 2012) und für die Verbandsgemeinde Heidesheim aus dem Jahr 2016. Sie sollen nun im Hinblick auf das erweiterte Stadtgebiet fortgeschrieben werden.

Grundlage des Konzepts bilden die Analyse statistischer Daten sowie die Erfassung der vorhandenen Geschäfte hinsichtlich Größe, Lage und Branche. Zudem sollen Gespräche mit den lokalen Akteuren durchgeführt werden, um Potenziale und Defizite der Versorgung aufzudecken.

Im Rahmen der Aufstellung des Einzelhandelskonzepts werden zunächst Strategien für die Stärkung der Innenstadt und die wohnortnahe Grundversorgung entwickelt. Das Einzelhandelskonzept soll als Grundlage für die zukünftige Steuerung des Einzelhandels im Rahmen der räumlichen Planung dienen.

Auftragnehmer: Stadt + Handel Beckmann und Föhrer Stadtplaner PartGmbB, Dortmund

Bearbeitungszeitraum: 2020 - 2022

Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Das Gewerbeflächenentwicklungskonzept stellt eine Handlungsgrundlage für die gesamtstädtische Gewerbeflächenentwicklung bis zum Zieljahr 2040 dar. Dabei werden übergeordnete Trends wie die Digitalisierung, der Wandel der Arbeitswelt und auch die Umbrüche im Bereich Klima und Energie berücksichtigt.

In einem ersten Schritt haben die Gutachter Grundlagendaten gesammelt und ausgewertet. Weitere Schritte sind die Erfassung vorhandener Gewerbegebietsflächen sowie die Analyse von Potenzialflächen. Darauf aufbauend sollen Expertengespräche helfen, die Anforderungen der Gewerbetreibenden vor Ort zu erfassen.

Ziel des Gewerbeflächenentwicklungskonzeptes ist es, Potenziale für die Erweiterung bereits ansässiger Betriebe sowie für die Ansiedlung neuer Betriebe aufzuzeigen.

Auftragnehmer: Georg Consulting Immobilienwirtschaft | Regionalökonomie, Hamburg

Bearbeitungszeitraum: 2020 - 2022

Stadtklimaanalyse/ KlimPraxIng

Das Ziel des Projekts „KlimPraxIng – Klimawandel in der Praxis am Beispiel der Mittelstadt Ingelheim am Rhein“ ist es, die Stadt Ingelheim auf aktuelle und zukünftige Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Im Rahmen dieses Projekts ist eine stadtklimatische Analyse geplant, die in Form eines Klimaplanatlas erfolgt. Dieser besteht im Wesentlichen aus

  • einer Klimafunktionskarte,
  • unterschiedlichen klimatisch relevanten Themenkarten und
  •  einer Planungshinweiskarte.

Mit Hilfe dieses Planungswerkzeuges kann die klimatische Situation der Stadt im Rahmen der Stadtentwicklungsplanung und bei der Aufstellung des Flächennutzungsplans berücksichtigt werden. Das Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen errechnet zudem Klimaprojektionen für das Stadtgebiet und erstellt eine Betroffenheitsanalyse der Bevölkerung. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Auftragnehmer: Burghardt und Partner, Ingenieure, Kassel

Projektpartner: Deutscher Wetterdienst (DWD) und Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen

Bearbeitungszeitraum: 2020 - 2023

Landschaftsplan/Umweltbericht

Der Landschaftsplan ist ein naturschutzrechtlicher Fachbeitrag. In ihm werden naturräumliche Gegebenheiten in Ingelheim erhoben und analysiert. Daraus werden Ziele, Erfordernisse und Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege abgeleitet. Die Inhalte des Landschaftsplans werden unter Abwägung mit den anderen raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen in den FNP aufgenommen (sogenannte Integration in den FNP).

Der Umweltbericht ist das zentrale Element der bauplanungsrechtlichen Umweltprüfung. Inhaltlich ist er eng mit der Landschaftsplanung verknüpft. Im Umweltbericht werden die voraussichtlich erheblichen Auswirkungen auf die Schutzgüter Tiere, Pflanzen, Fläche, Boden, Wasser, Luft und Klima beschrieben. Auch das Wirkungsgefüge zwischen ihnen wird bewertet. Der Umweltbericht bildet einen Teil der Begründung zum Entwurf des Flächennutzungsplans und ist damit Gegenstand des Bauleitplanverfahrens.

Auftragnehmer: WSW & Partner GmbH, Kaiserslautern

Bearbeitungszeitraum: 2020 - 2022 (Landschaftsplan), 2021 - 2024 (Umweltbericht)

Konzept für Windenergie und Freiflächen-Photovoltaik

Ziel des Konzeptes ist es, herauszufinden, ob und wenn ja, welche Flächen in Frage kommen, um Windenergieanlagen und Freiflächen-Photovoltaikanlagen in Ingelheim zu errichten. Bei der Analyse werden sowohl Ausschlusskriterien (z.B. Lage im Naturschutzgebiet) als auch Eignungskriterien (bei der Windkraft z.B. die Winderwartung) herangezogen. Die Untersuchung soll die Grundlage für etwaige Flächendarstellungen im Flächennutzungsplan bilden. Der Begriff Freiflächen-Photovoltaikanlagen bezeichnet PV-Anlagen, die nicht an oder auf Gebäuden errichtet werden.

Auftragnehmer: Jestaedt + Partner, Mainz

Bearbeitungszeitraum: 2021 - 2022

Wohnbauflächenkonzept

Das Wohnbauflächenkonzept baut auf den Ergebnissen des Wohnraumkonzepts aus dem Jahr 2018 auf. Denn dieses berücksichtigt bereits die Fusion der Stadt Ingelheim mit der Verbandsgemeinde Heidesheim.

Im Rahmen des Wohnbauflächenkonzepts werden quantitative Aussagen zum zukünftigen Flächenbedarf getroffen. Wohnbauflächenpotenziale werden identifiziert und bewertet. Es wird ein Flächenkonzept erarbeitet, das als Grundlage für die planerischen Entscheidungen im Rahmen der Stadtentwicklungsplanung und die Wohnbauflächendarstellungen im Flächennutzungsplan dient. Dabei werden die Flächenreserven innerhalb der bestehenden Siedlungsbereiche (z.B. Baulücken) berücksichtigt.

Ebenfalls als Basis dienen die Erkenntnisse aus dem Wohndialog aus dem Jahr 2018.

Ziel der Stadtentwicklungplanung ist es, dem Wohnbauflächenbedarf trotz knapper Flächenreserven gerecht zu werden.

Auftragnehmer: ALP Institut für Wohnen und Stadtentwicklung, Hamburg

Bearbeitungszeitraum: 2021 - 2022